Institut für Kunstgeschichte
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Datenbank "Architektur und Bildkünste in Bayern"

Unter dem Schlagwort "Bayerische Kunstgeschichte" wird spezielles Bildmaterial zur Kunst in Bayern zur Verfügung gestellt. Ein medialer Schwerpunkt liegt zur Zeit auf den "technischeren" Bildtypen wie Rekonstruktionszeichnungen, Schnitten, Lage- und Detailplänen einzelner Gebäude und Städte, Luftbildern, Grund- und Aufrissen sowie auf älterem photographischen und druckgraphischen Material. Neu angefertigte Fotografien von Details der Bauten und Ausstattungen sollen die Sammlung ergänzen. Die Bilddatenbank ist eine virtuelle, dynamisch wachsende Teilsammlung der digitalen Diathek am Kunsthistorischen Institut der LMU München, die besonders von der dortigen Professur für Bayerische Kunstgeschichte betreut wird. Sie befindet sich im Aufbau.

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Wening, Michael: Historico-Topographica Descriptio Bavariae, Bd. 1, München (1701), Titel.

Im Mittelpunkt stehen zur Zeit Architektur und Städtebau des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Jedoch werden auch Lücken im Bereich der Bildkünste und der Moderne geschlossen, die allerdings bereits gut in Prometheus vertreten sind. Neben historischen Veduten und aktuellen Bauaufnahmen lassen sich insbesondere Abbildungen zu bayerischen Residenzen, Schlössern und Burgen sowie deren Bauphasen, Raumprogramm und Nutzungszusammenhängen einfach auffinden. Das Spektrum reicht vom kleinen, unscheinbaren Landschloss bis hin zur großen Sommerresidenz, von der abseits gelegenen Burgruine zur barocken Festungsanlage. Im Bereich des Sakralbaus, zu dem bereits unzählige Digitalisate von Fresken bzw. Wand- und Deckenmalereien sowie beweglichen und wandfesten Ausstattungsstücken eingespeist worden sind, lässt sich nun zusätzlich eine substantielle Anzahl an graphischen Bauzeichnungen auffinden. Die virtuelle Sammlung erschließt einige topografisch einschlägige Klassiker aus dem Bereich der Druckgraphik der Frühen Neuzeit zum ersten Mal komplett und macht diese digital zugänglich. So wurde beispielsweise der komplette sog. ‚Wening’ retrodigitalisiert, d. h. Michael Wenings umfangreiches Stichwerk Historico-topographica descriptio Bavariae vom Begrinn des 18. Jahrhunderts, das hunderte Ansichten von Orten im Bereich der vier bayerischen Rentämter München, Landshut, Straubing und Burghausen umfasst. Auch Bände der bayerischen Denkmaltopographie, das Häuserbuch der Stadt München, jüngere Literatur zu einzelnen Städten und Baumeisterfamilien sowie zu berühmten Graphikern wie Hogenberg oder Merian wurden ausgewertet.

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Wening, Michael, Historico-Topographica Descriptio Bavariae, Bd. 1, München (1701), Seite M 9, Frauenkirche München.

Die Auffindbarkeit wird durch die Erfassung nicht nur der historischen, sondern auch der aktuellen Orts- oder Gemeindebezeichnungen erleichtert. Mancher große, alte Hauptort Bayerns ist in Prometheus bereits gut erfasst. So finden sich mehrere tausend Abbildungen zu den fränkischen Zentren Nürnberg, Würzburg und Bamberg. Die Digitalisierungskampagne konzentriert sich daher abgesehen von München auf weniger gut repräsentierte Orte in Altbayern, wie Landshut und Ingolstadt. Zu Regensburg, Augsburg und Passau werden einzelne Ergänzungen aufgenommen. Zudem wird die Bildauswahl zu kleineren Residenzen und Landstädten, wie Burghausen, Straubing, Neuburg, Donauwörth, Dillingen, Günzburg, Reichenhall sowie Coburg, Bayreuth und Schweinfurt aufgestockt. Die Verfeinerung des Rasters auf kleinere Orte, Landschlösser und Burgen sowie Wallfahrskirchen und Klöster bildet einen zusätzlichen Kern des Kontextes zur Bayerischen Kunstgeschichte. Eines der Anliegen des Projekts ist es, auch kleinere Kunstlandschaften sowie höfisches Zeremoniell und frühneuzeitliche Festkultur zu veranschaulichen.

Inhaltlich verantwortlich: Prof. Dr. Stephan Hoppe

Mitarbeiter_innen: Diana Helene Jedrzejewski B.A

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