Institut für Kunstgeschichte
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Berufsaussichten

Kunsthistorikerberufe

Studium und Beruf
Studieren mit Ziel
Berufe für Kunsthistoriker
Praktika?

"Einen streng vorgeschriebenen Studiengang für die einzelnen Berufsarten (...) gibt es nicht, ebensowenig wie Examina, die eine spätere Anstellung gewährleisten. Der Aufstieg in diesen Fächern hängt vielmehr zum großen Teil von persönlicher Tüchtigkeit und einer geschickten Benutzung sich darbietender Gelegenheiten ab. Die Zahl der Stellen ist beschränkt."
(aus: Merkblätter für Berufsberatung, Ausgabe April 1919, Abschnitt 8: Der Kunsthistoriker und verwandte Berufe)

Studium und Beruf - Magisterstudiengang und Bachelor

Was - wie in obigem Zitat - in einem Merkblatt für Berufsberatung aus dem Jahr 1919 (PDF, ca. 1 kB) zum Beruf des Kunsthistorikers nachzulesen ist, ließe sich heute – erstaunlicherweise – nahezu ähnlich formulieren. Die traditionellen kunsthistorischen Berufen setzen nach wie vor eine wissenschaftliche Ausbildung voraus, wogegen bei anderen Berufszielen oftmals Eigeninitative und Kreativität gefordert sind. 

Prinzipiell gilt, dass für einen erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben nicht die alleinige Tatsache des Studienabschlusses wichtig ist, sondern dass der Studienabschluss gut ausfällt und dass man eine Reihe von weiteren Fähigkeiten nachweisen kann. Diese variieren je nach Berufswunsch, doch kann man allgemein sagen, dass fundierte Kenntnisse in dem Bereich, den man sich als persönlichen Schwerpunkt gewählt hat, ebenso dazu gehören, wie die Fähigkeit, sich Informationen rasch zu erschließen, eigenständig zu arbeiten, im mündlichen und schriftlichen Ausdruck gewandt zu sein, Engagement und Arbeitseinsatz zu beweisen und schließlich auch soziale Kompetenz im Umgang mit anderen Menschen zu zeigen.

Studieren mit Ziel

Konkret bedeutet das Studium der Kunstgeschichte, dass Sie nicht nur Ihr Studium ernst nehmen, sondern sich im Lauf des Studiums auch über Ihr gewünschtes Berufsziel klar werden und entsprechende inhaltliche Schwerpunkte setzen sollten. Denn es dürfte einleuchten, dass man - ein wenig zugespitzt formuliert - beispielsweise in der Denkmalpflege jemanden beschäftigen möchte, der Ahnung von Architektur und Baugeschichte hat und sich nicht über Jahre hinweg mit frühmittelalterlichen Bucheinbänden beschäftigt hat, dass man sich für eine Konservatorenstelle, die in einem Museum den Bestand italienischer Renaissancemalerei zu betreuen hat, nur schwerlich jemanden vorstellen kann, der die Sprache des Landes nicht spricht und auch sonst von italienischer Kunst keine Ahnung hat. Auch sollte jemand, der für eine Zeitung Kulturnachrichten schreiben möchte, gewisse Fähigkeiten im sprachlichen Ausdruck mitbringen, ganz abgesehen davon, dass es ihm gelingen sollte, mindestens drei Sätze ohne fünf Kommafehler zu schreiben.

Was die fachliche Spezialisierung anbelangt, stehen entsprechend der breiten Ausrichtung des Faches prinzipiell viele Möglichkeiten offen. Die Entscheidung sollte vor allem nach persönlichen Interessen und Befähigungen gefällt werden, da sich kaum Aussagen über den Erfolg eines bestimmten Schwerpunktes treffen lassen. Wenn Sie sich beispielsweise auf mittelalterliche Elfenbeine spezialisieren, erscheint das auf den ersten Blick als ein Feld mit sehr beschränkten Zukunftsaussichten. Jedoch kann es durchaus sein, dass Sie zusammen mit einem weiteren Kandidaten die einzigen beiden Bewerber für eine Stelle sein werden, für die ein solcher Spezialist gesucht wird, während es etwa im Bereich der zeitgenösssischen Kunst zwar zweifellos mehr Stellenangebote geben mag, für diese Stellen aber auch eine weitaus größere Zahl an Bewerbern zur Verfügung steht.

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Berufe für Kunsthistoriker/innen

'Traditionelle' Kunsthistorikerberufe

Zu den genuinen Berufsfeldern des akademisch ausgebildeten Kunsthistorikers gehören das Museums- und Ausstellungswesen, die Denkmalpflege sowie Forschung und Lehre an der Universität oder an Forschungsinstituten. Gefragt sind hier jeweils Absolventen, die sich neben einem guten Studienabschluss vor allem dadurch auszeichnen, fundierte Kenntnisse in einem spezifischen Bereich der Kunstgeschichte aufzuweisen und auf wissenschaftlichem Niveau arbeiten zu können.

Hinzu kommen spezifische Anforderungen: Viele 'traditionelle' Kunsthistoriker-Stellen finden sich in staatlichen oder städtischen Institutionen (z.B. Land Bayern, Stadt München etc.), gehören also zum sogenannten öffentlichen Dienst. Dieser regelt den Zugang zu seinen Stellen relativ strikt, legt also fest, welche Voraussetzungen man erfüllen muss, um für einen Posten in Frage zu kommen. Um etwa im staatlichen Bereich (staatliches Museum, Denkmalamt, Universität) eine Stelle im sogenannten höheren Dienst - der Kategorie für Leute mit akademischem Abschluss - zu bekommen, muss man in der Regel promoviert haben; nicht-staatliche Einrichtungen (z.B. städtische, oder private Museen) handhaben das teilweise nicht so streng. Zu den beruflichen Aussichten für Bachelor-Absolventen in diesen Bereichen läßt sich zum momentanten Zeitpunkt allerdings noch kaum eine Aussage treffen, da die Umstellung auf die neuen Studiengänge noch zu jung ist, als daß hier verbindliche Aussagen getroffen werden können.

Wichtig ist daher: Sollten Sie an diesen Berufsfeldern interessiert sein, beschaffen Sie sich rechtzeitig Informationen über mögliche Wege, sei es in Beratungsgesprächen (Studienberatung, Fachschaft), durch einen Einblick in die berufliche Praxis über Praktika oder über entsprechende Fachliteratur - dann können Sie Ihren eigenen Werdegang rechtzeitig und sorgfältig planen.

Und weitere

Über die 'klassischen' Kunsthistorikertätigkeiten hinaus gibt es eine - fast schon unbegrenzte Reihe - von anderen Bereichen, in denen die spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten von Kunsthistorikern gefragt sein können: Kunsthistoriker/innen findet man im Kunsthandel, im Tourismusbereich (Stadtführungen), in der staatlichen und städtischen Kulturarbeit (z.B. Volkshochschule), in der Publizistik (Zeitungen [Feuilleton], Verlage, Rundfunk, Fernsehen, etc.), oder auch in thematisch auf den ersten Blick ferner erscheinenden Bereichen wie dem Bibliothekswesen.

In gewisser Weise gilt hier das, was oben im Zusammenhang mit dem Studium gesagt wurde: Über sein künftiges Berufsziel sollte man sich frühzeitig Gedanken machen:

  • Denn für manche dieser Wege sind Zusatzausbildungen notwendig, für manche wiederum andere Ausbildungswege vielleicht sinnvoller. Zum Journalismus etwa führen viele Wege: Man kann zwar durchaus als Kunsthistoriker/in im Feuilleton einer Zeitung schreiben, aber man kann dort auch einen 'echten' Journalisten antreffen, der über ein Volontariat bei einer Zeitung oder in einer Journalistenschule ausgebildet wurde und sich dabei auf den Kulturbereich spezialisiert hat. Der Kunsthandel dagegen ist vor allem an Fachleuten interessiert, die einen kennerschaftlichen Blick für Kunst haben - eine Fähigkeit, die man auch ohne universitäres Studium in der persönlichen intensiven Beschäftigung mit Kunst ausbilden kann.
  • Außerdem drängen in manchen der genannten Bereiche - z.B. Kulturarbeit/Kulturmanagment - auch Absolventen anderer kulturwissenschaftlicher Studiengänge, man wartet dort, salopp formuliert, nur bedingt auf den Kunsthistoriker. Für den späteren beruflichen Erfolg kann manchmal entscheidend sein, bereits während des Studiums über Praktika oder über Nebenjobs Erfahrungen in dem entsprechenden Gebiet gemacht zu haben.
  • Dies gilt schließlich auch für Berufe in Bereichen (Wirtschaft etc.), in denen kunsthistorische Inhalte im engeren Sinne kaum mehr eine Rolle spielen, in denen aber doch einige Kunsthistoriker/innen ihr Auskommen finden. Einblicke in Möglichkeiten 'jenseits' der Kunstgeschichte geben die Programme von Student und Arbeitsmarkt.

Und nicht

Das Studium der Kunstgeschichte befähigt nicht dazu, den Beruf zu ergreifen, der landläufig häufig mit der Geschichte der Kunst in Verbindung gebracht wird: den des Kunstlehrers. Für Lehrerausbildung wenden Sie sich bitte an die Akademie der Bildenden Künste (Lehramt Gymnasien) bzw. an das Institut für Kunstpädagogik der LMU (sonstige Lehrämter).

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Praktika?

Der Bachelorstudiengang sieht eigene Module vor, in die Praktikumserfahrungen eingebracht werden können. Mehr dazu finden Sie hier: